Synchronschwimmen

Die meisten Leute wissen vom Synchronschwimmen leider nur, dass da Mädchen mit Nasenklammern, grell geschminkten Gesichtern und aufgesetztem Lächeln im Wasser herumpaddeln.

Bei näherem Hinsehen oder selbst Ausprobieren, erkennen viele erst, dass Synchronschwimmen - richtig ausgeführt - Hochleistungssport ist. Für den Laien einfach ausgedrückt ist Synchronschwimmen Ballett im Wasser. Es hat ein bisschen etwas vom Eiskunstlaufen. Nach einer Musik präsentiert jede Schwimmerin ihre Bewegungen vor den kritischen Augen der Wertungsrichter. Dabei versuchen die Schwimmerinnen möglichst hoch mit den Armen und Beinen aus dem Wasser zu kommen. Lange Unterwasserteile erhöhen den Schwierigkeitsgrad der Übung. Synchronschwimmen fasziniert durch den scheinbar spielerischen Umgang mit dem Element Wasser, durch Anmut und Ausdruckskraft der Schwimmerinnen, durch die Kombination von Musik, Farbe und Bewegung. Darüber gerät allzu oft in Vergessenheit, was hinter all dem steckt. Denn es ist das Ergebnis jahrelangen, harten Trainings, das den Schwimmerinnen Ausdauer, Konzentration, Leistungswillen, Disziplin und Teamfähigkeit abverlangt.

Nur diejenigen von ihnen, die außerdem noch überdurchschnittliche Körperbeherrschung, schwimmerisches Können, rhythmisches Empfinden und ein gehöriges Maß an Kreativität mitbringen, haben eine Chance "vorne" mit dabei zu sein. Es gibt in Schleswig-Holstein leider nur drei Vereine, die Synchronschwimmen anbieten. Leistungsstützpunkt ist der TSB Flensburg. Hier schwimmen rund 40 aktive Synchronschwimmerinnen in allen Altersklassen. Der TSB ist der erfolgreichste Verein Norddeutschlands und seit 2001 sowohl im Jugend als auch in der Offenen Klasse der erfolgreichste Verein Deutschlands mit zahlreichen Deutschen Meister- und Jugendtiteln. Zur Zeit schwimmen im TSB 6 National-Schwimmerinnen 5 Jugendnational-Schwimmerinnen und 2 Nachwuchskader-Schwimmerinnen.

Außerdem gibt es bei den Fördenixen zahlreiche EM-, WM-, Olympia-Teilnehmerinnen und es gab sogar einen WM-Titel in der Altersklasse Deutschland: Wenn man ganz Deutschland betrachte, dann liegen die Hochburgen von der Anzahl der Synchronschwimmerinnen eher im Süden Deutschlands (Bayern). Lange waren sie auch in den Leistungen führend. 21 Jahre lang kamen die Deutschen Meisterinnen in der Gruppe von den Isarnixen aus München, bevor Markgrönningen, Neuburg, Bochum vorbeizogen. Der Norden hat seit 1991 kräftig aufgeholt und mischt seit 1996 regelmäßig vorne mit.

Seit 2001 steht der TSB ununterbrochen an der Spitze sowohl in der Jugend als auch in der Offenen Klasse.

In Europa sind Seit 1989 die Russen in allen Disziplinen führend. Nur im Solo konnte sich in den letzten drei Jahren Virginie Dedieu aus Frankreich vorbeischieben.

Hier das Ergebnis der letzten Europameisterschaft: 1. Russland, 2. Spanien, 3. Italien ... 10. Deutschland

Weltweit lagen bis 1997 immer USA, Kanada und Japan auf den ersten drei Plätzen; seit 1997 sind die Russen ganz oben vor Japan, Frankreich und Spanien.